Altersvorsorge

Die Vorsorge in der Schweiz beruht auf einem Drei-Säulen-Konzept: der staatlichen, der beruflichen und der privaten Vorsorge. Dieses soziale Netz will die finanziellen Auswirkungen bei Invalidität, Alter und Tod auffangen.

Erste Säule

Die erste Säule umfasst die AHV (Alters- und Hinterbliebenen Versicherung), IV (Invaliditätsversicherung) und EO (Erwerbsersatzordnung, z.B. für Mutterschutz). Sie will das Existenzminimum bei Wegfall des Erwerbseinkommens infolge Invalidität und Tod für die Hinterbliebenen oder im Alter sicherstellen. Zusätzlich besteht unter gewissen Umständen Anspruch auf Ergänzungsleistungen.

Die AHV ist eine staatliche und obligatorische Versicherung. Alle Personen, welche ihren Wohnsitz in der Schweiz haben oder in der Schweiz arbeiten, sind bei der AHV versichert. Die Beitragspflicht beginnt mit dem 1. Januar nach vollendetem 17. Altersjahr (bei nicht Erwerbstätigen nach dem vollendetem 20.

Altersjahr) und endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht und die Erwerbstätigkeit aufgegeben wird.

Die Finanzierung erfolgt nach dem sogenannten Umlageverfahren, das heisst, die jährlich eingehenden Beitragszahlungen der erwerbstätigen Bevölkerung werden für die Auszahlung der Renten an die Berechtigten verwendet und „umgelegt“. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlen die Beiträge zu gleichen Teilen.

Zweite Säule

Die berufliche Vorsorge (das BVG) stellt die zweite Säule dar. Das BVG zielt zusammen mit der ersten Säule darauf ab, die Weiterführung des Lebensstandards bei Invalidität, Tod und Alter in gewohnter Weise zu ermöglichen.

Obligatorisch versichert sind unselbständige Arbeitnehmer ab dem 1. Januar nach vollendetem 17. Altersjahr für die Vorsorgefälle Tod und Invalidität sowie ab dem 1. Januar nach vollendetem 24. Altersjahr auch für das Alter. Im BVG abgedeckt ist lediglich ein Jahreslohn von CHF 25’800 bis CHF 77’400 (sogenannte BVG-Minimallösung). Die Pensionskassen können im überobligatorischen Bereich weitergehende Leistungen vorsehen.

Die Finanzierung erfolgt im Kapitaldeckungsverfahren, das heisst in einem Sparprozess wird für jede versicherte Person das im Leistungsfall für die Rentenzahlung benötigte Kapital gebildet. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt.

Nicht dem BVG-Obligatorium unterstellt sind Selbständigerwerbende sowie Angestellte mit einem Jahreslohn unter CHF 19’350 und Nichterwerbstätige.

Dritte Säule

Die 3. Säule ist freiwillig und ergänzt die Leistungen aus der ersten und zweiten Säule. Die private Vorsorge umfasst alle Formen der Vermögensbildung und Risikoabsicherung.

Es wird zwischen der gebundenen (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b) unterschieden.

  • Die Säule 3a wird vom Staat durch gezielte steuerliche Massnahmen gefördert. Das Gesetz erlaubt Arbeitnehmenden und Selbständigerwerbenden, jährlich einen Maximalbeitrag von zur Zeit 6’400 CHF pro Jahr auf ein 3. Säule-Konto einzuzahlen.

Die maximal möglichen Beträge werden vom Staat jährlich neu festgelegt und lassen sich vom steuerbaren Einkommen abziehen und sind vermögensteuerfrei. Erst bei der Kapitalauszahlung fällt eine einmalige Besteuerung zum sogenannten Rentensatz an. Die Gelder aus der gebundenen Vorsorge können aber – mit wenigen Ausnahmen – erst mit Erreichen des AHV-Alters bezogen werden.

  • Die Säule 3b profitiert teilweise ebenfalls von begrenzten steuerlichen Vorzügen. Sie ist für jeden ein zusätzliches Sparinstrument. Die Produktepalette ist hier äusserst vielfältig: Sparkonto, Wertpapieranlagen, strukturierte Vermögensanlagen wie Fondssparplan, Immobilien, Lebensversicherungen, Leibrenten. Gerade im Hinblick auf die Altersvorsorge werden die Vorzüge der Säule 3b unterschätzt.

Deutsche Renten- und Pensionsansprüche können auch in der Schweiz geltend gemacht werden. Wenn Sie also in Rente gehen und in die Schweiz ziehen wollen, dann bekommen Sie auch hier Ihr wohlverdientes Altersgeld.

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