Plädoyer für die direkte Demokratie

Es wird gerade der Bundespräsident in Deutschland gewählt. Der deutsche Bundespräsident ist formell der höchste Repräsentant des Staates, gewählt wird er/sie aber durch die Bundesversammlung und die Bundesversammlung besteht wiederum aus den Mitgliedern des Bundestages sowie einer gleichen Anzahl „gekorener“ Mitglieder. Zu den gekorenen Wählern gehören Mitglieder aus anderen Parlamenten oder von den einzelnen Parteien bestimmten „Privatpersonen“.

Diese ganze Prozedur ist schon sehr eigenartig. Die Menschen, die in der Bundesversammlung sitzen, repräsentieren zwar das Volk, weil die meisten vom Volk gewesen sind. Auf der anderen Seite sind die Wähler nicht repräsentativ für das Volk. Wenn man sich mal anschaut, was für Leute da rumlaufen, dann ist das schon sehr fragwürdig. Da findet man ein paar Schauspieler, ein paar Sportler und ein paar Sänger, aber hauptsächlich jede Menge Beamte und Politiker, oder beides. Das ist doch nun wirklich nicht repräsentativ. Wenn die Bundesversammlung repräsentativ wäre, dann würde es in Deutschland soooo viele Anwälte und Lehrer geben, dass man sich fragen müsste, wer dann auch mal produktiv arbeitet.

So sollte man denn mal wieder die Frage stellen, ob es Sinn macht, den Präsidenten durch die Bundesversammlung wählen zu lassen, oder nicht doch das Volk zur Urne zu bitten.

Wenn ich die Kommentare in den Interviews der Übertragung höre, dann kriege ich wirklich zuviel. Das ist eine reine Klüngelgeschichte, wenn die Wahlmänner und -frauen lustvoll in den Galerien herumwandeln und über parteipolitische Taktierereien parlieren. Dabei soll der Bundespräsident doch überparteilich sein und eine Personenwahl sein. Dann sollte man doch gleich die direkte Demokratie anwenden und das Volk wählen lassen. Die Leute auf der Strasse vor dem Bundestag haben sich zumindest alle für Köhler ausgesprochen und Umfragen geben ihm gar 76%. Wenn er jetzt in der Bundesversammlung weniger als 50% bekommt, dann geht das deutsche Demokratieverständnis an ihrem Ziel vorbei.

Würde die Änderung des Wahlmodus die Grundfeste des Grundgesetzes erschüttern oder etwa die deutsche Demokratie ? Besteht die Gefahr, dass ein Bundespräsident sein Amt missbrauchen kann und eine Gefahr für die Demokratie ist ? 65 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sollte man sich in diesen Fragen nun wirklich mal wieder ein bisschen entspannen. Der Bundespräsident hat bei weitem nicht mehr die Kompetenzen und bei weitem nicht mehr so viel Einfluss, dass dieses Amt missbraucht werden könnte. Also Leute, tut mal wieder was für die Demokratie, schaut auf die Schweiz und macht die Politik bürgernäher. Ändert das Grundgesetz und lasst uns den Bundespräsidenten wählen! Damit die Politik wieder glaubwürdiger wird … und wir Auslandsdeutsche auch teilnehmen können.

Deshalb wünsche ich mir mehr direkte Demokratie für Deutschland !!

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