Der, Die, Das

Heute war ja Muttertag. Ich hoffe, Ihr habt alle daran gedacht und Eure Mütter reich verwöhnt. Also ich, ich habe mich dafür entschieden, meiner Mutter wieder einmal ein Gedicht zu schreiben. Ja, ja, altmodisch, einfach und nicht sehr grosszügig. Meint Ihr ? Wenn Ihr wüsstet, dass mich das ganze fast eine Nacht gekostet hat, dann würdet Ihr nicht so darüber lächeln. Auch wenn ich zum Schluss noch ein paar Thumbnails kidnappen musste, um das ganze Gedicht abzurunden. Also, um 4h50 habe ich dann endlich auf den „Send“-Knopf gedrückt und bin vor lauter Gefühlsduselei bestimmt noch eine halbe Stunde wach gelegen.

Oh, das wollte ich aber eigentlich gar nicht erzählen. Da bin ich wohl ein bisschen abgeschweift. Ich wollte ja eigentlich über was ganz anderes referieren …

Ich habe mich in der Vorbereitung zum Muttertag gefragt, ob es DIE Mutti oder DAS Mutti ist – mal davon abgesehen, dass ich persönlich das Wort Mutti überhaupt nicht mag; ich bin eher ein Fan von Mami oder Mom.

Also ricardo.ch und Blick meinen ja, der richtige Fall seie DAS Mutti. Ich glaube meine Mutter wäre ziemlich sauer, wenn ich ihr die Sächlichkeit zusprechen würde. Es ist ja kaum zweifelhaft, dass die Mutter per Natur weiblich ist und in der deutschen Sprache ist mit „die“ gekennzeichnet.

Warum aber ist die Mutter im Schweizerdeutschen eine Sache ?

Vor 20 Jahren hat die Brigitte auch schon mal über die Versächlichung der Mutti ausgelassen.  Dieser Artikel findet sich dann auch überall mal wieder. Das ganze hat aber eher einen ironischen Charakter. Bei meiner Nachfrage bei ricardo.ch, ob sie die Mutter nicht wieder verweiblichen wollten, kam ein glattes „Nein, das hat schon alles seine Richtigkeit.“

„z’Mueti“ ist und bleibt auf Schweizerdeutsch halt „z’Mueti“ und wird deswegen konsequenterweise und ohne Ironie in „das Mutti“ übersetzt.

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