Königinnen, Missen, Misses ?

Die Schweizerische Bevölkerung hat am Wochenende nicht nur abgestimmt, sondern in zwei Städten haben sie auch gewählt. Nicht jeder konnte an dieser Wahl teilnehmen, denn es waren Jurys, die in Bern und Zürich die neuen „Missen“gewählt haben.

Das Schweizerische Verhältnis zu Miss und Mister Wahlen ist schon sehr eigenartig. In Deutschland würde die Wahl der Miss Berlin oder Miss Niedersachsen kaum ein Medium vom Hocker hauen. In der Schweiz sind diese Schönheitswettbewerbe wochenlang ein Thema. Die Vorbereitung darauf wird wochenlang im Fernsehen und in den Zeitungen ausgebreitet. Wenn die Wahl dann stattfindet, weiss jeder Schweizer, welche Kandidatin oder welcher Kandidat welche Macken, Tücken, Freundinnen und Freunde hat, undnatürlich, wer die besten Chancen hat.

Missen und Mister zieren schon fast penetrant Plakatwände, erscheinen in Werbespots und sind immer wieder gefragte Gesprächspartner – von fragwürdiger Kompetenz – zu den unterschiedlichsten Gesprächsthemen. Natürlich erfährt man auch immer, was der Verdienst während eines Amtsjahres sein wird bzw. gewesen ist (so ungefähr ne halbe Millionen CHF darf der/die Glückliche rechnen).

Aber auch noch Jahre nach ihrer Amtszeit haben Missen Promi-Status. So gilt zum Beispiel wird Miss Schweiz 1997, Tanja Gutmann, noch häufiger als Stargast auf Partys gesichtet. Auf jeden Fall können Missen und Mister noch Jahre später von ihren Wahlerfolgen zehren.

Also, am Samstag wurde also Miss Zürich und Miss Bern gewählt. Und News (das Gratisblatt vom Tagesanzeiger) hat beiden die gleichen Fragen gestellt.

Jetzt sollte man denken, dass eine Miss auch immer ein bisschen eine Botschafterin für ihre Stadt / ihren Kanton sein. Auf die Frage, was der neuen Miss Zürich Ihre Stadt bedeute, liest man die erstaunliche Antwort, dass sie Zürich eigentlich nur vom „Ausgang“ kenne, also eigentlich gar nicht.  Na, eine tolle Botschafterin ist das. Miss Bern hingegen möchte dafür sorgen, dass die Schönheit Berns besser zur Geltung kommt. Miss Schweiz will sich dafür einsetzen, dass die Streetparade in Zürich bleibt. Damit wären die Prioritäten und Duftmarken ja mal gesetzt.

Übrigens, Miss Zürich hat davor bereits bei den Miss Zentralschweiz wahlen kandidiert und ist dabei nicht recht erfolgreich gewesen. Deswegen dachte sie, sie probiert es einfach mal in Zürich, und siehe da es klappt. Muss man daraus schliessen, dass sich in der Zentralschweiz einfach die hübscheren jungen Damen um den Titel bewerben, oder ob Zürich einfach nichts besseres zu bieten hat ?

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