Schweizer kaufen Deutschland

Der Deutsche Bundesgerichtshof hat bestimmt, dass Schweizer Bauern beim Kauf von Deutschem Ackerland ihren Deutschen Kollegen gleichgestellt werden müssen. Das heisst, dass aus gesetzlicher / regulatorischer Sicht e inem Schweizerischem Bauern ke

ine Steine beim Landkauf in den Weg gelegt werden. Das wiederum heisst, dass jeder Verkäufer von Ackerland selbst entscheiden kann, wem er sein Eigentum verkauft.

Wenn mehrere Leute EuerLand kaufen wollen, wem verkauft Ihr es? Also ich würde es dem geben, der mir das meiste dafür zahlen will.

Warum aber ist jemand bereit, mehr für etwas zu zahlen als jemand anders? Entweder weil er glaubt, mehr aus der Investition rauszuholen, oder weil er weniger Rendite braucht. Meistens wird es jedoch so sein, dass der, der mehr bietet glaubt, auch mehr Geld rauszuholen.

Wie kann es sein, dass jemand mit einem Stück Land mehr verdienen kann, als jemand anders? Entweder er (oder sie) hat Zugang zu besseren Technologien, oder er hat mehr Geld zu Verfügung oder er kann auf Vorteile bauen, die der andere nicht hat.

Geht man mal davon aus, dass Schweizerische und Deutsche Bauern Zugang zu den gleichen Technologien haben und dass es gleichzeitig genügend Deutsche Landwirte gibt, die mit der Finanzkraft ihrer Schweizer Konkurrenten mithalten können, so müssen die Schweizer andere Vorteile haben. Aber welche Vorteile könnten das sein ?

Also, mir fallen da die folgenden ein: Zum einen könnte die Schweiz ihren Landwirten Subventionen zahlen für den Verkauf von landwirtschftlichen Produkten. Zweitens sind Preise von landwirtschaftlichen Produkten in der Schweiz höher als in Deutschland und die Deutschen Landwirte dürfen ihre Produkte nicht in der Schweiz verkaufen oder müssen Zölle / Steuern zahlen. Drittens Schweizer zahlen keine Importzölle oder Steuern, wenn Sie Ihre Produkte von Deutschland in die Schweiz bringen.

Ich bin ziemlich sicher, dass in diesem Fall ein oder mehrere dieser Punkte zutreffen werden.

Im Sinne der Gleichstellung im Rahmen der EU, haben alle Bürger und Firmen aus EU Mitgliedstaaten (oder den anderen Unterzeichnern des Schengen-Abkommens, zu denen die Schweiz auch gehört) die gleichen Rechte. Von daher sollten also auch Deutsche und Schweizer die gleichen Rechte bei der Vergabe von landwirtschaftlichem Boden haben. Das darf aber nur dann gelten, wenn beide Parteien auch wirklich überall gleichgestellt sind … und das scheint in diesem Fall ja nicht so zu sein.

Damit scheint die Entscheidung des Bundesgerichtshof zumindest zwiespältig oder zu wenig indifferenziert, weil sie nur den Vordergrund beachtet, also die angebliche Übervorteilung der Deutschen Landwirte, und nicht das Gesamtbild, nämlich dass die Schweizer Eidgenossenschaft ihre Landwirte den Deutschen gegenüber bevorteilt. Dadurch würde dann wiederum ein Ungleichgewicht erzeugt, welches meiner Meinung nach, nicht gerecht ist.

Habe ich mich geirrt ? Stimmen meine Argumente nicht ? Seid Ihr anderer Meinung ? Schreibt einen kleinen Kommentar !!

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