Cholerischer Fisch

In den letzten Tagen habe ich versucht, die Geschichte des Ha – Ra zu ignorieren, aber heute ging das einfach nicht mehr. Nachdem das St Galler Tagblatt und der „Tagi“ die Geschichte schon seit Wochen verfolgen, haben das Ha -Ra Fieber die gesamte Schweizerische Presse erreicht.

Was ist passiert ?

Es gibt da einen gewissen Herrn Raab (also, als ich den Namen zum ersten Mal gelesen haab, da haab ich eigentlich an den anderen Herrn Raab gedacht, nämlich den in Köln mit der Fernsehsendung). Dieser Herr Raab hat den Vornamen Hans. Hänschen war mal Pächter einer Tankstelle und dann hat er ne Putzfirma gehabt. Beim Putzen fehlten ihm bestimmte Produkte und Hilfsmittel. Die hat er dann selber „erfunden“, patentiert und verkauft. Damit hat er dann viel, viel Geld gemacht. Daraufhin ist „Hans im Glück“ langweilig geworden und er hat sich der Fischzucht gewidmet. Die hat er in der Schweiz mit erheblichem Investitionsaufwand im Kanton St Gallen aufgemacht. Wer Tiere zum Verzehr züchtet, der muss diese auch töten. Und dazu entwickelte „Hänschen Klein“ eine ganz individuelle Tötungsmethode. Diese Methode gefällt aber dem Veterinäramt nicht. Sie ist zu grausam. Deswegen hat das Veterinärsamt die Methode untersagt, mit einer Frist. Der „goldene Hans“ hat die Frist verstreichen lassen und will die armen Fische weiter nicht artengerecht umbringen. So hat das Veterinärsamt Ha – Ra aufgefordert, seine Farm zu schliessen. Und das findet „Hans Wurst“, oh, äh, „Hans Fisch“ nicht cool und geht mit grossem Gepolter.

Was ist interessant daran ?

Zum einen ist Hanselein ein Deutscher. Vor allem aber ist er ein erfinderischer, nicht-konformer, cholerischer Deutscher. Er ist ein Polterer. Und das macht ihn nicht besonders sympathisch, weder bei seinen schweizerischen noch bei seinen deutschen Mitbewohnern. Zum anderen ist Hänschen ein Choleriker. Und davon einer der witzigen Sorte, ungewollt, aber witzig !

Ich habe Euch hier beispielsweise einen Auszug aus seiner Website gepostet:

18.03.2009

Sehr geehrter Herr Dr. Giger,

Unter Bezugnahme auf Ihr o.a. Schreiben teile ich Ihnen mit, dass sich mein Mann ab Montag, 23.03.2009, zur OP im Spital einfinden muss. Der Aufenthalt ist für 10 bis 12 Tage angesetzt. Da wird doch gemeinsam bei unserem Termin anwesend sein sollten, bitten wir, Ihre Terminierung auf den Zeitpunkt nach Ostern festzusetzen. Gerne erwarten wir Ihre Rückantwort und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüssen
Ha-Ra® International AG
Melander Fischfarm Oberriet
Pia Raab
Geschäftsleitung

19.03.2009 Antwort von Herrn Dr. Giger

Sehr geehrte Frau Raab

Vielen Dank für die promte Rückmeldung! Wir nehmen selbstverständlich Rücksicht auf den Gesundheitszustand Ihres Gemahls und werden den Termin gemäss Ihrer höflichen Bitte entsprechend ansetzen.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Th. Giger
Amtsleiter/Kantonstierarzt
Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz
Blarerstrasse 2
9001 St.Gallen

Aaaaaaahhhh ja, Ha-Ra war im Krankenhaus und sie haben den Termin verschoben. Das ist super interessant.

Oder hier:

Daraufhin habe ich als freier Unternehmer ein Lieferverbot von Melanderprodukten für die gesamte Schweiz angeordnet. Die Erbrütung wurde sofort eingestellt und mit der Schlachtung wurde begonnen. Die Melander Fischfarm wird künftig eine Ruine sein.

Naja, nach einem klugen Unternehmer klingt das zumindest nicht, sondern eher nach der Reaktion eines trotzigen Kleinkindes.

Aber der absolute Abschuss ist das Interview, dass er bei TeleZüri gegeben hat. Ich habe mich zumindest schlappgelacht. Schaut Euch das Video von Telezüri hier an:  Hans Raab live

Ein paar kleine Zitate:

  • „Ich bin nur zwei Menschen gegenüber verantwortlich: Meiner Frau und meinem Hund.“
  • „Ich mache jetzt ein bisschen Werbung: Ich gehe alle zwei Wochen zum Chinesen für 50 Franken.“
  • „Ich bin ein doofer deutscher Unternehmer, und habe hier nen Pfennig investiert.“

Übrigens sein ehemaliger Geschäftspartner, der sich von Raab betrogen fühlt, bietet ihm an, wieder als Partner in eine neue Idee zu investieren … Manche Leute lernen halt nie aus …

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