AKTUALISIERT: Deutschland schickt Deutsche in die Schweiz

Klingt komisch ? Ist es auch … aber neu aufgewärmt schmeckt es beim Blick immer am besten.

Die gaaaaaanz ganz schlauen Reporter vom Blick haben nämlich herausgefunden, dass die Bundesanstalt für Arbeit (BfA, die deutsche Version des RAV = „regionale Arbeitsvermittlung“), Menschen finanziell fördert, die bereit sind, Ihren Heimatort zu verlassen, um eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Das heisst, wenn ein Hamburger in München eine Job findet, dann übernimmt die BfA einen Teil seiner Umzugskosten und zahlt Trennungsgeld, um einen finanziellen Anreiz für eine Fernbeziehung zu geben. Diese Regelung gilt aber nicht nur für Umzüge innerhalb von Deutschland, sondern dass BfA ist froh, wenn die Anzahl Arbeitsloser in Deutschland insgesamt sinkt. Dabei ist es irrelevant, wo der Mensch Arbeit findet, also auch im Ausland: Dann kann es sein, dass das in den Niederlanden, in Österreich, in Australien oder Schweden, oder eben in der Schweiz ist.

Wenn man das ganze einseitig sieht … so wie es die Spezialität des Blick ist … dann ist es eindeutig: Der deutsche Staat fördert die Auswanderung von Arbeitslosen in die Schweiz. Und dann in der gleichen Logik weiter: Die Bundesrepublik Deutschland fördert seine Bürger finanziell, in die Schweiz zu ziehen und dort den Einheimischen die Arbeitsplätze wegzunehmen. Liebe Frau Guanziroli, lieber Herr Vontobel, wie wenig weit denken Sie eigentlich ? Ein Mensch, der in Deutschland arbeitet bringt viel mehr Kohle in die Staatskasse, als einen den man in die Schweiz exportiert. Haben Sie denn nicht gelernt, dass ein Mensch seine Steuern dort zahlt, wo er lebt ? Also wäre ein Job in Deutschland viel besser, als einer in der Schweiz … zumindest für unseren allseits geliebten Peitschen Peer.

Mir ist natürlich auch klar, dass dieses Phänomen in diesem schönen Land unvorstellbar ist. Zum einen sind die Distanzen zu klein, Trennungsgelder zu zahlen, weil ja die weiteste Strecke zwischen zwei Grossstädten (wenn man Chur gross nennt) in der Schweiz bei 4 Stunden liegt. Zum anderen werden Schweizer möglichst Ihren Heimatort nicht verlassen. Und wenn, dann bloss nicht zu weit. Schweizerische Universitätsstädte sind an den Wochenenden leergefegt von Studenten. Warum ? Weil die alle nach Hause fahren.

Oder Sie kommen als Wochenaufenthalter am Wochenende zurück in Ihre Wohnorte. Dass sich die Eidgenossenschaft dann keine Anreize ausdenken muss, wie in Deutschland, sollte daher ja jedem klar sein.

AKTUELL: Nicht nur die Kollegen vom BLICK lassen sich zu einem faktisch hetzerischen Artikel hinreissen, nein, auch die Damen und Herren von der tamedia Gruppe drucken fast den gleichen Artikel ab. Glaubt Ihr tatsächlich, dass Ihr mit solchem Unsinn Auflage schaffen ?

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