Randalierender Bauer

Tja, also eigentlich sollte das nicht überraschend kommen. Oder ist es dann doch eher ein Stereotyp ?? Aber eine Nachricht hat ja letzte Woche die ganze Schweiz amüsiert.

Prügelnder Bauer terrorisiert ganzes Dorf“, schrieb 20 Minuten.

In einem kleinen Dorf im Kanton Bern mit 1400 armen geschundenen Seelen treibt seit 20 – in Worten zwanzig, in Grossbuchstaben ZWANZIG – Jahren ein Bauer sein Unwesen. Niemand ist vor ihm sicher. Es wird von einer Frau berichtet, die nach ihrem Hund suchte und die der Bauer zuerst zu überfahren versuchte. Als er dies nicht schaffte, hielt er an, beschimpfte und schlug sie … und hätte die Frau ernsthaft verletzt, wenn nicht ein andere Landwirt beherzt eingeschritten wäre. In den letzten Wochen hat er dann gleich hinterher noch zwei Menschen krankenhausreif geschlagen. Aber niemand wehrt sich.

Stattdessen scheint sich das Dorf zu arrangieren mit der neuen Situation: Kinder laufen auf Umwegen zur Schule, um nicht am Hof des Prüglers vorbeizulaufen. Geschädigte zeigen den Raufbold nicht an, aus Angst dann gleich nochmal eins auf die Rübe zu bekommen.

Der arme Mensch ist manisch depressiv und, wenn er seine Tabletten vergisst, dann wird er auch aggressiv. Und jetzt scheint er mal wieder so eine Phase zu haben. Das geht schon seit mehreren Wochen so. Und was machen Polizei und Justiz ? Naja, anscheinend ja nichts. Normalerweise müsste die Polizei von Amts wegen doch eingreifen, wenn jemand mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Aber hier ?

Vielleicht liegt es ja auch an der Trägheit, die den Bernern häufig nachgesagt wird. 3 Wochen treibt der Mensch sein Unwesen. Man weiss wer er ist, wo er wohnt und was er getan hat und trotzdem gibt es immer noch keine Festnahme.

Oder es könnte auch an der Harmoniesucht der Schweizer liegen. So wäre es möglich, dass man glaubt, der schindende Bauer würde sich selber schon bald wieder in den Griff bekommen. Und in der Zwischenzeit, lässt man ihn am besten in Ruhe und geht ihm eher aus dem Weg, als Recht und Ordnung gelten zu lassen. Na, wer’s glaubt …

Solche Geschichten gibt’s immer mal wieder. In den meisten dieser Fälle glaubt die Justiz fälschlicherweise an das Gute im Menschen. Hier allerdings, nach 20 Jahren, darf man auch das wirklich nicht mehr tolerieren.

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