Die Rigi – Chancen und Gefahren

Am Samstag war ich für Euch auf der Rigi. Nein, nein, Ihr braucht jetzt nicht laut aufzuschreien.

Es ist zwar ein Berg und auf Deutsch ist es DER Berg, aber hier in der Schweiz ist halt alles ein bisschen anders und ein Berggipfel kann so halt auch weiblich sein … also DIE Rigi …

Ich will Euch ja nicht unbedingt verwirren, aber die Stadt in der Nähe von der Rigi heisst allerding Küssnacht AM Rigi, was den Schluss zulässt, dass man sich beim Geschlecht des Hügels nicht ganz einig war.

Auf jeden Fall ist es schon ein bisschen eigenartig, dass gerade in einem Land, in dem das Frauenstimmrecht auf Bundesebene erst 1971 eingeführt wurde, ein Berg – und dann noch ein so prominenter, weiblichen Geschlechts ist. Als letzter Kanton übrigens führte Appenzell-Innerrhoden allerdings das Frauenstimmrecht erst 1990 ein.

Na, also, die Rigi habe ich für Euch bestiegen und zwar von Arth aus. Wir sind dann Richtung Rigi-Scheidegg gelaufen, was uns quer durch den Hinterhof einer Baufirma geführt hat. Das war schon etwas eigenartig, wie die Schilder uns um die Maschinen herumgeführt haben.

Beim Aufstieg kamen wir dann an einer Weide vorbei. Mir ist zwar nicht ganz klar geworden, warum man eine Weide mäht, insbesondere wenn sie wohl so um einen Hektar (also 100m mal 100m, oder 10 000 qm) gross ist und am Hang liegt. Dass man auf der Weide – oder war es doch eher eine Wiese – einen Menschen entdeckt, der dort das geschnittene Gras mit einem Rechen zusammensammelt, fand ich dann doch ein bisschen eigenartig. Hätte niemand dieser armen Person helfen können? Das sah nach einer Sisyphusarbeit aus … etwa so:

(Bildquelle: indorphyn.com)

(Bildquelle: indorphyn.com)

Durch dichten Wald, viele kleine Wasserfälle, über Stock und Stein gelangten wir dann nach 2.5 Stunden zum höchsten Punkt der Rigi Gipfelgruppe … der Rigi Kulm, der höchsten Erhebung mit fast 1 800m über dem Meer. Das hätten wir natürlich auch schneller haben können, wenn wir die Bahn genommen hätten. Das war aber nicht Sinn der Sache. Trotzdem konnten wir dort oben neben einem atemberaubendem Blick noch ein paar witzige Sachen beobachten, von denen ich Euch gerne berichten möchte:

  • Auf der Rigi Kulm stehen kleine Figuren von Heidi, Geissenpeter und dem Alpöhi. Diesen Figuren hat man das Gesicht rausgeschnitten, damit der Tourist dort sein Gesicht reinstecken kann. Schöne Erinnerungsfotos für Japaner und Amerikaner. Ihr würdet solche Fotos doch nie machen, oder ?
  • Dann gab es da oben noch ein Gerät, das Lookyball heisst. Auf dem Lookyball sind Markierungen für jeden sehenswerten Ort in der Umgebung. Man richtet dann einfach den Lookyball auf die Markierung, schaut durch’s Guckloch und sieht … den sehenswerten Ort. ( Das auf dem Bild bin nicht ich, sondern jemand, dessen Foto ich auf dem Internet gefunden habe):

    (Bildquelle: Flickr)

    (Bildquelle: Flickr)

  • Zu guter Letzt sind wir dann noch an einem Schild vorbeigekommen, welches ungefähr 100m unterhalb des Gipfels lag. Ihr wisst schon, diese gelben Wander-Wegweiser. Darauf stand dann doch tatsächlich, dass ein Infoschild auf dem Gipfel, ca 3 Minuten bergauf, zu finden sei. Da wir gerade hinabgingen, war das schon ein bisschen komisch anzusehen. Da oben muss schon ganz ganz dichter Nebel herrschen, damit man nicht sieht, wo es zu Gipfel geht und damit auch zur Info Tafel. Vielleicht haben die ja gedacht, dass bei 1 800m langsam die Sehgabe nachlässt. Naja, besser ein Schild zuviel als zuwenig aufm Berg.


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