Reise-Tip: Nacktwandern in der Schweiz – Achtung Abzocke

Die Schweiz ist ein beliebtes Nacktwanderland geworden in den letzten Monaten. Schon seit einigen Jahren gibt es in Deutschland und in der Schweiz FKK-Internet-Foren, in denen man Gleichgesinnte treffen kann … natürlich ganz ohne Sex und Kontaktanzeigen …

Das Nacktwandern hat aber erst richtig Auftrieb und öffentliche Beachtung gefunden, seit sich der Kanton Appenzell-Innerrhoden angefangen hat, darüber aufzuregen und das Nacktwandern per Gesetzesbeschluss zu einem Offizialdelikt zu machen, dessen Zuwiderhandlung mir einer Geldbusse von 200 CHF geahndet wird. Und das nicht etwa in einem kleinem Kämmerlein. Nein, die gesamte Innerrhodener Landsgemeinde hat den Entwurf „bei wenigen Gegenstimmen“ gutgeheissen. Der vorgelegte Text (Seite 15), sah so aus:

Auch der dritte Revisionspunkt betrifft die öffentliche Ordnung: Nicht nur Lärm und grober
Unfug, auch anstössiges Verhalten können gegen die öffentliche Ordnung verstossen.
Da die öffentliche Ordnung unbestrittenermassen von den Kantonen auf dem Wege des
kantonalen Strafrechts geschützt werden kann, haben die Kantone auch das Recht, innert
den Schranken des Willkürverbots, selbst zu definieren, was in ihrem Gebiet als öffentliche
Ordnung gilt, so können z.B. besonders schockierende Verstösse gegen das,
was in unserem Kanton als Anstand gilt, als Verstoss gegen die öffentliche Ordnung geahndet
werden. Nacktwanderer zum Beispiel stören die öffentliche Ordnung: Viele Innerrhoderinnen
und Innerrhoder, aber auch fremde Bergwanderer, fühlen sich angewidert
und in einem unerträglichen Masse gestört, wenn sie solchen Leuten in der Öffentlichkeit
begegnen. Mit einer solchen Begegnung sollen weder die einheimische Bevölkerung
noch auswärtige Gäste rechnen müssen.

Diese Diskussionen fanden dann auch sogar die Amerikaner lustig und erkoren das Nacktwandern im Appenzell zum Reise Tip auf einer Postkarte aus Genf. Man stelle sich mal vor: 15 000 Menschen wohnen im Kanton, von denen vielleicht mal 7 000 abstimmungsberechtigt sind. Die haben jetzt mal ganz schön Staub aufgewirbelt 🙂

Und da die Schweizer gute Geschäftsleute sind, gibt es auch jemanden, der dafür Schilder produziert. So weit wollen die Behörden dann allerdings doch nicht gehen, dass sie die Leuten vor dem Nacktwanderverbot warnen.

Das ist wahrscheinlich wiedermal so ein Abzock Trick, um den ganz ganz armen Innerrhodener Kanton mit neuen Einnahmequellen zu versorgen.

Ihr wollt einen Blick auf das Schild werfen ? Ja, dann schaut mal hier (Quelle: 20 Minuten):

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