Gaddafi macht ernst

Vor einer Weile haben wir ja noch alle gedacht, dass der Gaddafi nur an temporärer Umnachtung litt – nämlich dass er die Schweiz zerschlagen und sie unter den Nachbarländern aufteilen will. Viele Deutsche, Franzosen und Italiener hatten sich schon tierisch darauf gefreut. Natürlich haben wir alle gedacht. Das ist nur eine temporäre Rage und der kommt schon wieder zur Besinnung.

Da haben wir aber mal total falsch gedacht.

Aber total. Der Gaddafi … der Gaddafi, der ist doch tatsächlich einen Antrag an die UNO Generalversammlung gestellt, dass die Schweiz unter Ihren Nachbarstaaten aufgeteilt werden solle. Daraufhin haben wir mal bei den Vereinten Nationen geforscht, ob so ein Dokument wirklich schon verfügbar ist … und zwar auf der Agendaseite für die Generalversammlung. Aber, da liess sich noch nichts finden. Ich kenne mich nicht genau mit den Prozessen aus, nämlich wie Tagesordnungspunkte (oder auf Schweizerisch – Agendapunkte) für die Generalversammlung aufgenommen werden. (Anm: Ich habe dann doch noch einen Artikel gefunden, wie dieser Prozess funktioniert … Danke NZZ.) Sollte dieses Thema wirklich auf die Agenda gelangen, dann würden die UN Gaddafi wirklich sehr viel Aufmerksamkeit schenken … einem Despoten … und das in einer der Organisationen, die den Rechtstaat und die Würde des Menschen fördern möchte. Die Würde, die Libyen mit Füssen tritt. Die grösste Geschmacklosigkeit für mich war die „Lasershow“ für die Hinrichtung, die zum Geburtstag der Diktatur inszeniert worden sind … das wäre nicht nur für die Schweiz verheerend, sondern auch für die Vereinten Nationen. Die einzige Lösung in der Generalversammlung wäre, den Vorschlag Libyens lächerlich zu machen und dort Gaddafi-Bashing zu machen.

Aber vielleicht startet unser aller Peitschen Peer ja noch einen Ablenkungsversuch. Nachdem er in Deutschland mal wieder unter Druck gerät, weil er grossen Unternehmen und sehr reichen Privatpersonen Steuerschlupflöcher gewährt, könnte diese Farce für ihn im Wahlkampf zum Rettungsanker werden. Wie man es früher schon gemacht hat … Kommt von innen Druck, muss man aussen einen Feind kreieren, damit alle von Innen wieder auf Deiner Seite stehen. Das hat schon Ludwig XIV so gemacht oder Macchiavelli so beschrieben. Warum sollte sich Peer dann nicht dabei anschliessen. Sehr intelligent wäre das allerdings nicht … findet zumindest didsch …


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