Hundeversäuberung

Repost vom 15. Juni 2009
Ich wollte Euch mit einem kleinen Sprach-Schmankerl erfreuen, denn ich habe Ende der letzten Woche einen echten Kracher zu Gesicht bekommen, nämlich einen „Hundeversäuberungsplatz“. Ja, ja, und das ist nicht einfach irgendwas, von jemanden, der sich das einfach so ausgedacht hat. Das ist ein offizieller Platz der Stadt Zürich und der steht genau vor dem Lakeside … richtig, das ist dort, wo der City Beach gerade stattfindet (oder auch nicht, denn bei dem Regen schickste noch nicht mal einen Hund vor die Tür … oder, Du kommst zurück wie ein begossener Pudel … oh, sorry, da bin ich wohl etwas abgeschweift).
Also, zurück zur Hundeversäuberung: Ich ? Hundeversäuberung ? Noch nie gehört ! Also, fragen wir mal den Professor Google. Der hat für sowas immer ne Antwort. Und tatsächlich, hat er. Und zwar 202 davon. Das sind meist von Schweizerischen Städten. Ganz vorne ist dabei die Stadt Boppelsen (müsst Ihr nicht kennen, hat 1’300 Einwohner, liegt im Aargau und in der Google Suche auf Platz 1, Sticwort: Hunderversäuberung). Also „die Hundeversäuberung im Feld und im Wald stellt ein Problem dar“, in der Stadt Boppelsen. Mensch super ! Warum eigentlich ? Wenn die gesäubert sind, dann ist das kein Problem. Aaaaaber, sie werden versäubert, oder besser, die versäubern sich selbst, weil „in der Gemeinde stehen für die Hundeversäuberung Hundewiesen zur Verfügung“ (Gemeinde Zufikon).

(Quelle: eigenes Foto)

Ich musste daher daruaf schliessen, dass man unter Hundversäuberung, das „Häufchen machen“, das „Scheissen“ oder „die hundische Notdurft verrichten“ versteht. Ein wirklich netter Ausdruck. Das heisst also, dass ein Hundeversäuberungsplatz ein Ort der kollektiven Hundescheisse ist. Das bestätigt dann auch gleich die Stadt Zürich:
„Hundeversäuberung

Auf den mit «Hundeversäuberungsplatz» bezeichneten Flächen darf Ihr Hund frei herumrennen. Bitte nehmen Sie den Kot Ihres Hundes auf und entsorgen ihn in einem Robidog-Kasten.

Der Hund darf sein Geschäft an folgenden Orten nicht verrichten:

  • auf Gehwegen und Trottoirs
  • in Parkanlagen
  • in fremden Gärten
  • auf landwirtschaftlichen Kulturen während der Vegetationszeit (Frühling bis Spätherbst)
  • in Naturschutzgebieten

Diese Regeln leiten sich aus den Vorschriften des Kantonalen Gesetzes über das Halten von Hunden (LS 554.5) ab.“

Damit wäre dann ja alles klar und das Rätsel gelöst 🙂 Aber, in Deutschland findet man sowas nicht, einen „Hundeversäuberungsplatz“. Das gibt es auf deutschen Websites übrigens gerade mal 5 Anzeigen … und den Begriff haben dann doch alles Schweizer benutzt.

Besonders zum Schmunzeln gebracht hat mich dann am Schluss aber noch der „Berberitzen-Verteidigungswall gegen Hundeversäuberung“ zu finden auf Garten Walther’s Blog … Na, haste da noch Worte.

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