Rüpel in der Schweiz

Ihr habt immer geglaubt die Schweizer seien sehr höfliche Menschen? Ihr meint, dass man hier in der Schweiz immer rücksichtsvoll ist? Ja, das habe ich auch immer gedacht: Im Tram spreche ich leise am Telefon, damit ich die anderen Menschen nicht störe. Ich lasse Leute durch, wenn sie es eilig haben. Ich halte auch mal anderen die Tür auf, wenn’s ne Dame ist 🙂

Damit, so dachte ich, passe ich mich dem allgemeinen Verhalten in diesem schönen Lande an. Wie man sich dann doch manchmal täuschen kann.

Nicht nur gibt es hier so viele Rumpler wie meinen Freund „Müller-Reichen“ (der hat sich im Übrigen gar nicht mehr gemeldet. Entweder gingen ihm die Argumente aus, oder er wollte uns hier nur auf den Arm nehmen und provozieren.), sondern es gibt auch schlichtweg Rüpel. Und dabei gilt meistens: Je oller, desto doller. Soll so viel heissen, wie: Je älter die Menschen sind, desto unverschämter und ungehobelter werden sie. Vielleicht ja auch nur beschränkter.

Meistens geht es um Fussverkehrsregeln. Wenn zwei Menschen sich auf dem Bürgersteig entgegenkommen und nicht ineinanderlaufen wollen. Wo gehen beide hier? Rechts, oder ?? Weil wenn beide auf der von sich aus rechten Seite laufen, dann gibt es keine Kollision. Das gilt ja im Autoverkehr und im Luftverkehr. Und daher wäre das auch für den Fussverkehr sinnvoll. Nicht aber bei alten Schweizerischen Säcken. Die gehen so häufig mit einer Penetranz und Borniertheit auf der linken Seite, dass man denen am liebsten die Fresse polieren möchte. Ein paar Beispiele:

  • Ich joggte am Zürcher Limmatufer entlang. Vor mir ein anderer Jogger. Wir beide liefen, wie es sich gehört rechts. Von vorne kam so ein komischer alter Kauz. Der lief … links. Er sah uns kommen, blieb links, schickte meinen „Vorläufer“ ins Gras, steckte seinen Ellebogen raus und beschimpfte ihn. Hm, dachte ich, darauf habe ich keine Lust, ich weiche aus 🙂
  • Ich war auf meinem Weg zum Bahnhof. Da war wieder so ein alter Sack. Diesmal mit einem Hund an der Leine. Das gehört sich ja so, aber nicht, dass am Bahnhof, der Hund 3 Meter Leine hat. Also der Sack ging links und sein Hund 3 Meter rechts von ihm. Da kam ihm ein Fussgänger auf dem Zebrastreifen entgegen und wollte sich rechts an ihm vorbeizwängen. Der Sack bewegte sich keinen Millimeter, sondern zeigte dem Fussgänger einen Vogel und blieb dann auf dem Zebrastreifen stehen.
  • Ich steige ins Tram. Zugegeben es ist 7h30 und das Tram ist relativ voll. Aber da sehe ich eine alte Dame (und ich meine wirklich eine alte Dame – gut angezogen, gut frisiert, aber klar über 70, wegen Ihrer vielen Falten und weissen Haare) die am Eingang stehen muss.

    Um sie herum SITZEN gemütlich Studenten und schauen sich die Dame an, wie sie sich krampfhaft versucht, stehend zu halten. Erst zwei Statitionen später konnte sie einen Platz ergattern, weil ein sitzender Fahrgast ausstieg. Fast hätte Sie den Spurt gegen irgendeinen bornierten Banker verloren … der hatte nämlich auch keinen Anstand, aber das ist ein anderes Thema.

O tempora, o mores … das würden wohl die Lateiner sagen.


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