Wahlkampf gegen Deutsche in der Schweiz

Der Spiegel kümmert sich auch um die Deutschen in der Schweiz. Es kommt dort zu einer „Wahlfahrt in Konstanz„.

Wahlfahrt nach Konstanz ???

Ja, ganz einfach. In Konstanz gibt es kein Kloster, keine Kirche, keinen Priester, kein Heiligtum, oder sonst irgendwas, was sich lohnt, aus religiösen Gründen dorthin zu fahren. Konstanz ist also kein Wallfahrtsort. Das hatte ich nämlich zuerst gelesen und dachte — uninteressant.

Nein, nein. In Deutschland wird gewählt (Ach ja, das wisst Ihr ja schon. Ich habe das übrigens schon getan … per Briefwahl … und Ihr ? Habt Ihr Euch auch schon Eure Wahlunterlagen besorgt ? Wenn nicht, dann lest im didsch.ch-Artikel, wie das geht. Aber beeilt Euch. Bald isses vorbei.) Deswegen unternehmen manche Politiker auch Wahlfahrten, also keine Wallfahrten … obwohl, wenn ich so recht überlege, würde denen eine Wallfahrt auch ganz gut tun … da könnten Sie dann alle die Wahllügen beichten, die sie im Wahlkampf so verzapft haben.

Also, es geht um eine Politikerreise nach Konstanz. Und das im Wahlkampf. Das muss einen triftigen Grund haben: Deutsche in der Schweiz. Was haben Deutsche in der Schweiz mit dem Wahlkampf in Deutschland zu tun fragt Ihr Euch. Zurecht!! Nun, Konstanz ist wohl die deutsche mittlere Stadt, die am nächsten an der Schweiz liegt. Und, da Konstanz in Baden-Würtemberg liegt und dieses Bundesland den Ruf hat, ganz gute Schulbildung zu liefern, da denken doch einige Eltern daran, ihre Kinder nach Konstanz in die Schule zu schicken. Gut, in Deutschland herrscht Schulpflicht und da müssen die Kinder ja eh in die Schule, aber in diesem Fall geht es um deutsche Eltern, die jenseits der Grenze, also im Schweizerischen Kreuzlingen oder weiter am Bodensee, Ihre Kinder gerne in Deutschland zur Schule schicken möchten und dies auch tun.

Dies alles ist immer noch nicht verwerflich, wenn auch moralisch bedenklich. Man resümiere, da wandern Menschen von Deutschland in die Schweiz aus. Der grösste Teil derjenigen, die ganz nah an der Grenze wohnen, werden wohl steuerliche Gründe für diesen Umzug gehabt haben. Diese schicken dann jedoch Ihre Kinder nach Deutschland in die Schule, die wiederum von Deutschen Steuerzahlern in Deutschland bezahlt wird. Das ist bedenklich!!

Die Anzahl der in der Schweiz wohnenden Kinder, die in Konstanz zur Schule gehen steigt stetig in den letzten Jahren. Auch das ist ja nicht wirklich schlimm. Ob der Unterricht für 10 oder 12 Kinder stattfindet macht keinen wirklich grossen Unterschied. In der Wirtschaft würde man mit „Grenzkosten von Null“ beschreiben. Also, warum sollte man die Klassen nicht ein wenig auffüllen. Kein Problem! Das entsteht erst, wenn die Grenze der Kinder in einer Klasse erreicht wird. Und dann keine Konstanzer Kinder mehr auf Konstanzer Schulen aufgenommen werden, weil deren Plätze schon von deutschen in der Schweiz wohnenden Kindern besetzt sind.

Genau das ist dann nämlich passiert: ein echtes hochbegabtes Konstanzer Mädel wollte auf das beste Naturwissenschaftliche Gymnasium der Stadt, ist aber nicht reingekommen, weil die Klassen schon alle voll waren.

Durch deutsche Kinder aus der Schweiz. Der Vater hat sich dann in Stuttgart bei Politikern beschwert und die haben dafür gesorgt, dass die Begabte dann doch in das Gymi darf. Vater und Tochter sind glücklich … sind sich aber auch dessen bewusst, dass dieser Ansatz nur deswegen so gut geklappt hat, weil’s gerade Wahlkampf ist.

Hmmmmm …. welchen Politiker rufen wir an ? Jetzt wo wir gehört haben, dass Steinbrück ja nicht die eigentlich Steueroase bekämpft, sondern sich lieber mit den Kleinen anlegt.


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