Auswirkungen der Bundestagswahl für Auslandsdeutsche

Deutschland hat gewählt … letztes Wochenende.

Es ist schon komisch. In Zeiten der Krise stimmen die Menschen in Deutschland meistens für die liberaleren Parteien. Die FDP hat damit eins Ihrer besten Ergebnisse abliefern können. In manchen Bundesländern ist die FDP sogar auf einen Prozentpunkt an die Stimmenanteile der SPD herangekommen. Also, ich finde, das grenzt schon an eine Sensation.

Die FDP als liberalste aller Parteien bekommt in einer Zeit, in der viele viele Leute den Wirtschaftsliberalismus als die Ursache für die Wirtschaftskrise sehen, den höchsten Stimmenanteil, den sie jemals erzielt hat. Cool ! Im Gegenzug, wenn es den Menschen sehr gut geht, dann wollen sie mehr Sozialismus … damit es Ihnen dann möglichst bald wieder möglichst schlecht geht.

Was also sind die Konsequenzen aus dem Wahlergebnis für uns Auslandsdeutsche und insbesondere für uns Deutsche in der Schweiz?

Zum einen, werde ich in Zukunft wohl nicht mehr über Peitschen Peer schreiben können. Der ist nämlich SPD Minister und wird einen Regierungswechsel mit Sicherheit nicht überleben. Ausserdem ist die Schweiz ja seit ein paar Tagen eh von der Grauen Liste der OECD gestrichen worden. Ich werde mir dann wohl andere Schoten suchen müssen.

Zweitens ist nun „endlich“ wieder mal die FDP an der Regierung beteiligt. 11 lange Jahre lang haben die Liberalen nämlich nur von der Oppositionsbank aus Politik machen können. Wir wissen alle, dass Politik hauptsächlich ein Redegeschäft ist und das grossen Worten vor Wahlen nur ganz selten grosse Taten nach den Wahlen folgen.

Wir müssen aber hier auch feststellen, dass je länger die FDP nicht an der Regierung beteiligt war, desto mehr Deutsche in die Schweiz gezogen sind. Inwiefern diese Korrelation bestand hat, sei mal dahin gestellt.

Sollte sich die neue Regierung tatsächlich dazu durchringen können, eine Gesellschaft in Deutschland konstituieren zu können, die Einsatz und Arbeitswillen akzeptiert und fördert, dann, ja aber auch nur dann könnte ich mir vorstellen, dass es einige Menschen gibt, die auch gerne wieder der Schweiz den Rücken kehren und einen Neuanfang in der alten Heimat versuchen werden. Dazu gehören die, die von Steuersenkungen und Liberalisierung auf Arbeitsmärkten am meisten profitieren können: Die gut ausgebildeten, unternehmerischen Köpfe mit hohem Einkommenspotentialen. Ein Brain Gain für Deutschland, der auch zu einem Brain Drain für die Schweiz werden könnte. Kann sich die Schweiz das wirklich leisten? Eine Frage, die wir dann weiter diskutieren werden, wenn sich die erste Rückkehrwelle in Bewegung setzt. 🙂

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