Zeitung für Deutsche in der Schweiz

Ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich habe gelesen, was am 6.November auf uns zukommt:

Eine Zeitung für Deutsche in der Schweiz. Das hört sich interessant an. didsch bekommt tatsächlich Konkurrenz. Das habe ich gedacht, als ich die Überschrift gelesen habe. Auf den zweiten Blick wurde es dann aber immer geheimnisvoller. So berichtet der Klein Report, dass die Redaktion der Zeitung in Kopenhagen sitzt, dass die Zeitung eine Wochenzeitung ist, und dass es auch eine Website geben soll, die man unter www.deutschewochenzeitung.com finden soll.

Ich glaube, das Projekt ist damit doch schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wir sind uns doch alle einig, dass wir Nachrichten für Deutsche in der Schweiz brauchen. Deswegen haben wir ja auch didsch ins Leben gerufen, und dafür gibt es auch andere Seiten wie die Blogwiese.ch, sowie hallo-schweiz.ch. Diese Seiten erfüllen alle wichtige Funktionen, die uns Deutschen in der Schweiz das Leben vereinfachen und uns helfen, an wichtige und notwendige Informationen ranzukommen. Was die Deutsche Wochenzeitung anrichten kann und will, ist mir allerdings nicht ganz so klar.

Wenn man die Medienmitteilungen liest, dann entdeckt man dort durchaus konfuse Berichte. Die einen sprechen von einer Auflage von 25 000; andere von 10 000.

Der Klein Report (siehe oben) hat ein paar Auszüge aus einem Pressecommunique des Verantwortlichen für das neue Pamphlet ausgedruckt. Dabei haben sich mir die Nackenhaare hochgestellt und mir ist schlecht geworden. Lest selbst:

„die erste Zeitung der deutschen Diaspora in der Schweiz“ – das Wort „Diaspora“ wurde ursprünglich für geschlossene Siedlungen der Juden geschaffen. Sehr „passend“!!

„Was für andere Ethnien in der Schweiz teuer sei, müsse für die Menschen aus dem nördlichen Nachbarland eigentlich billig sein“

„Erfahrungen mit dem genannten Minderheitenjournalismus“

Ich kann es fast nicht glauben, auf was für Informationen ich dann bei der weiteren „Recherche“ gestossen bin:

  • Der anscheinend in Kopenhagen ansässige Verlag, der die Zeitung rausbringen wird, hat dort noch keine Internetpräsenz … und ist auf dem Internet nicht zu finden.
  • Der „Verleger“, der sich in allen Zeitungsberichten Ole U. Glauser nennt, nennt sich selber im Magazin „Albsuisse“ Ueli Glauser … wie er da zu dem „Ole“ gekommen ist, ist auch höchst suspekt.
  • Nach seinen Aussagen, hat Glauser bei Albsuisse eine Kolumne geschrieben … und sich dafür den Titel „Kommunikationsberater“ geben lassen.

Wenn Ihr mich fragt: Lasst die Finger von der „Deutschen Wochenzeitung“ und lest lieber was g’scheites. Integrativ wirken wird dieses Blatt höchstens, wenn Ihr das Papier dafür auf Toiletten verteilt … dann haben nämlich alle was davon. Aber zum Lesen wird es wohl nix taugen.

Meint Ihr, ich sollte erst einmal warten, was da wirklich rauskommt, bevor ich die Zeitung so zerreisse? Ich verspreche Euch, ich werde es mir wenigstens ab dem 6.November mal anschauen.

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