Wie werde ich zum Schweizer oder Integrationskurse für Deutsche

Bevor ich Euch ein bisschen etwas über den Informationsabend für Deutsche erzähle, den die Stadt Zürich im Oktober veranstaltet hat, wollte ich Euch mit einem kleinen Quiz erfreuen.

Also, was glaubt Ihr? Wieviele deutschen „Neuankömmlinge“ sagen,

  • dass sie Schweizerdeutsch verstehen?
  • dass Schweizerdeutsch lustig ist?
  • dass es einfach ist Deutschschweizer kennenzulernen?
  • dass es schwierig ist Deutschschweizer kennenzulernen?

Die Antworten auf die Frage sind: 100%, 2%, 20% 80% … Natürlich sind diese Antworten nicht repräsentativ, sondern sie widerspiegeln die Erfahrungen.

So, nun zum Integrationsabend. Extra für Deutsche wurde ein auf Deutsche abgestimmter Informationsabend von der Stadt Zürich organisiert. Wer dort hinging

? eine Menge Deutscher Landsmänner und -frauen, denen allen bewusst ist, dass sie in der Schweiz Ausländer sind.

Es wurden Fragen diskutiert, wie diejenigen vom Umgangston aber auch vom Schweizerdeutschen. Tja, und da haben wir wieder das Dilemma: Lernen und dann die Schweizer sich ärgern lassen, dass es nicht perfekt ist, oder nicht lernen und dem Vorwurf widerstehen, dass man zu hochnäsig ist, den Dialekt zu ignorieren. Dabei ist es ja so komisch: Wenn man von Mundart oder Dialekt spricht, dann gibt es eine dialektfreie Version dieser Sprache … Nun gut, Detail!

Was so ein Integrationsabend bringt, den nur ca 50 von 12 000 jährlich nach Zürich ziehenden Deutschen besuchen können und ob es gerade diesen 50 besser gelingt, sich hier zu integrieren, das sei mal dahin gestellt. Insbesondere, wenn das, was dort vermittelt wird auch in der Literatur bis zum geht nicht mehr durchgekaut wird … und es einfach nicht stimmt!

Letzte Woche hatte ich mal wieder ein Streitgespräch darüber in einer Bar. Deutsche nehmen Schweizern Arbeitsplätze weg. Der deutsche Staat exportiert seine Arbeitslosen in die Schweiz. Deutsche nützen die Schweiz und die Schweizer aus. Diese Vorurteile, über die wir hier schon immer mal wieder geschrieben haben, gehen aus den Köpfen nicht raus.

Jetzt, wo die Minarett Initiative angenommen wurde und der Schweiz dadurch ein erneuter Rechtsruck bescheinigt werden kann, täte Aufklärung Not. Eine Aufklärung aber, die nicht von der SVP mit ihrer „wahrheitsanpassenden“ Art der Herren Hess und Blocher geleitet wird, sondern eine Aufklärung, die sich an statistische Wahrheiten hält.

Dass die Schweizer trotzdem die Angst vor einer Überfremdung haben, lässt sich dadurch nicht vermeiden. Problematisch ist dabei auch die Konzentration von Deutschen, die auf der Achse Basel – Zürich – St Gallen besonders hoch ist und im Rest des Landes weitaus weniger. So kommen einem die 250 000 Deutschen viel mehr vor … weil sie nämlich alle aufeinander wohnen.

Das wiederum spiegelt aber auch deutlich ein strukturelles Problem der Schweiz wieder. Dass es im Grunde in diesem Land nur ein einziges wirtschaftliches Zentrum gibt, wo der Bedarf nach Spezialisten besonders hoch ist …

Ach ja, für alle, die noch ein paar Informationen zu dem Integrationsabend möchten, die können sich ein Leitfaden für Neuzuzüger runterladen. Weitere Integrationsabende speziell für Deutsche sind vom Zürcher Integrationsamt noch nicht geplant, können aber auf der Seite vom Zürcher Präsidialamt verfolgt werden.

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