Neue Debatte um Deutsche in der Schweiz

Tja, das war mal wieder eine lange Pause. Die lange Pause lag hauptsächlich daran, dass es wirklich an interessanten Themen fehlt. Ich könnte mich wieder über alles mögliche aufregen und beschweren, aber so richtig Lust habe ich nicht darauf.

Wenn Ihr in der letzten Woche fleissig Zeitung gelesen habt, werdet Ihr sehen, dass die Debatte „Deutsche in der Schweiz“ mal wieder aufgeflammt ist. Dazu hat nicht nur die allseits geliebte 20 Minuten mit den Artikeln „Die Angst vor dem billigen Deutschen“ und „Ach, geh doch wieder Heim ins Reich“ ihren Beitrag geleistet, sondern auch die Basler Zeitung, die sich nochmal mit dem Fall Katrin Wilde, die erste deutsche Energy Radio Moderatorin und die prominenteste aus der Schweiz geschasste Deutsche, auseinandersetzte.

Nachdem das Schweizerische Fernsehen vor ein paar Wochen schonmal einen kleinen Beitrag über die Integrationskurse der Stadt Zürich für seine Deutschen Einwanderer berichtete, doppelte es diese Woche nochmal nach mit einer Sendung aus der Serie Reporter unter dem Titel „Ungeliebte Deutsche – Vom Störfaktor zum Hassobjekt.

Schauen die Leute das wirklich immer noch an

? Es wird doch langsam echt fad. Das Thema Alena Gerber ist ausgelutscht (und das ist wirklich nicht sexuell gemeint). Wen interessiert schon, welcher der Degen Brüder das Rennen um das Playboy Model macht? Alena Gerber reden zu hören, kann nur der ertragen, der seinen Blick konzentriert nicht auf Ihre Augen richtet, sondern 30 cm tiefer.

Vielleicht ist das ganze Aufwärmen dieser Geschichten aber auch nur ein kleines inländisches Ablekungsmanöver von der Abstimmung über die Minarett-Initiative, die höhere Wellen geschlagen hat, als man sich das hierzulande vorgestellt hat. Bei der Abstimmungswut der Schweizer und der Erfolgswelle, auf der die rechtspopulistische SVP gerade schwimmt, kann es doch gut sein, dass es jetzt bald endlich mal eine Volksabstimmung über die Einwanderung von EU-Ausländern (und dort insbesondere den Deutschen) gibt. Dann kann die Schweiz mal wirklich Flagge zeigen … und dann halt weiter mit den Folgen Ihrer Entscheidungen leben.

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