Schmutziger Donnerstag – Weiberfastnacht – Schweiz

Hier noch ein Nachtrag zu unserer kleinen Karnevalskunde … jaja, mir tut es halt im Herzen weh, dass ich dieses Jahr Karneval nicht mitfeiern kann.

Also, im Rheinland feiern wir ja Weiberfastnacht. Weiberfastnacht ist eigentlich der Tag, an dem der Strassenkarneval mit Umzügen und Veranstaltungen beginnt. Da Karneval meistens auch eine Männer – Sache war, feierten die Frauen (Weiber) am Donnerstag davor. In Bonn Beuel hatten die Wäscherinnen am Donnerstag vor Aschermittwoch frei. Denen war es jedoch zu wenig, gründeten 1824 einen Karnevalsverein und drängten sich auch in den Männerkarneval. Diesen Vorgang spielen die Damen heute immer noch nach und erstürmen jeden Weiberfastnacht um 11h11 das Beueler Rathaus. Den Männern geht es dabei dann häufig an die Krawatte, weil die Frauen auf der Jagd nach Schlipsen sind. In anderen Regionen Deutschlands heisst Weiberfastnacht, Altweiber oder Weiberfasching, oder so.

Auch im Allemannischen Sprachraum wird Weiberfastnacht gefeiert, allerdings heisst er hier „Schmotziger Donnerstag“. Der Ursprung dessen liegt im alemannischen Wort für Schmalz = Schmotz … der Einfachheit halber wurde auch häufig einfach „Schmutzig“ daraus gemacht. Wikipedia schreibt noch folgendes zum Ursprung des Namens:

Der heilige Sonntag stand als Arbeitstag gemäß der Bibel außer Frage. Der Montag und Dienstag – von der Liturgie war dies grundsätzlich erlaubt – konnte an Fastnacht als Schlachttag nicht genutzt werden, da es keinen Sinn hatte, zu schlachten: Der Aschermittwoch war nah, ab diesem Zeitpunkt durfte kein Fleisch mehr gegessen werden. Das überschüssige Fleisch wäre verdorben. Daher war es naheliegend, den Donnerstag als Schlacht- und Backtag zu nehmen.

Die Menschen nannten daher diesen Tag, an dem nochmals alles mögliche Vieh zu Essbarem verarbeitet wurde, den fetten, schmotzigen Donnerstag.

Auch im Süddeutschen Raum und in der Schweiz wird am Schmutzigen Donnerstag kräftig gefeiert: mit Strassenumzügen, mit verkleideten Menschen und mit schräger Musik, wie es zum Schweizerischen Fasching halt nun einmal dazu gehört.

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