Geht die Street Parade pleite ?

Die Leute tanzen und feiern und kommen immer noch in Scharen, aber den Veranstaltern der Zürcher Streetparade gehen die finanziellen Mittel aus. Das heisst, die Ausgaben sind höher als die Einnahmen.

Die Veranstalter sagen, dass die Kosten für Reinigung und ärztliche Versorgung von 250 000 CHF ihnen bald das Genick brechen wird.

Das ist immer so eine Sache mit Gewinn und Verlustrechnungen. Entweder man hat zu hohe Ausgaben oder zu niedrige Einnahmen. In 20 Minuten steht, dass die Einnahmen den Erwartungen hinterherhinkten, da die Besucher der Streetparade zu wenig trinken würden. Und der Grund für den schlaffen Flüssigkeitskonsum sei das regnerische Wetter.

Die Wettereskapaden haben also nun auch schon eine Auswirkung auf den Fortbestand der Streetparade.

Die Veranstalter fordern nun die Stadt Zürich auf, der Streetparade keine Kosten mehr zu verrechnen. Die Streetparade sei Allgemeingut, quasi ein Traditionsanlass auf der selben Stufe wie das Sechseläuten. Das ist ja mal ein toller Vergleich. Ich fürchte nur, dass diesem Argument niemand wirklich folgen kann.

Das Problem bei der Streetparade ist ja, sie ist nicht wirklich für viele Menschen gedacht. Die Zielgruppe liegt grosszügig gerechnet zwischen 15 und 35. Alle anderen müssen am Streetparade Samstag aus der Stadt fliehen. Der Verkehr kommt zum erliegen, es ist laut, voll und dreckig. Für die Zürcher ausserhalb der Zielgruppe wird die Streetparade wohl gedulded, ist aber kein tolles Event und muss daher wohl nicht von ihren Steuergeldern subventioniert werden.

Die Frage ist, ob das Gewerbe in Zürich von der Streetparade profitiert. Nicht alle, aber das Gastgewerbe profitiert ganz sicher. Man kann ruhig annehmen, dass die Bars und Clubs während der Streetparade ordentlich absahnen. Dort auch nicht alle, aber die in den heissen Zonen ganz sicher. Wirkt sich das auch positiv auf die Steuerrechnung der Stadt Zürich aus ? Wohl kaum, denn wer soll die ganzen Verkäufe denn schon der Steuer melden können. Bei dem Gedränge geht doch der Überblick völlig verloren …

Fazit: Die Stadt Zürich profitiert nicht von der Streetparade (höchstens vielleicht durch Imagegewinn, aber wie hoch ist der in CHF??). Gewinner sind Bars und Clubs … und die geben Ihre Gewinne bestimmt nicht in dem Masse an die Stadt weiter. Logisch wäre demnach, wenn sich die Veranstalter der Streetparade bei denen das Geld wiederholen, die am meisten profitieren. Nach welchem Schlüssel und wie, das ist dann die grosse Frage. Vielleicht reicht ja schon eine Drohung, die Streetparade ausfallen zu lassen. Dann würde die Bereitschaft zum Zahlen bei den Clubbesitzern auf einmal ganz schön ansteigen.

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