Sie lieben uns nicht – die Schweizer, die Deutschen

Ich habe mal wieder einen sehr tollen Kommentar im Handelsblatt gelesen, aus dem ich Euch hier gerne einige Ausschnitte kopieren möchte.

Zum Thema „Sie lieben uns nicht“ schreibt Jan Dirk Herbermann:

Viele deutsche Bekannte und Freunde sagen mir, sie hätten die Ressentiments der Schweizer gegen sie, die Deutschen, die „Schwaben“ satt.

Sobald man in der Deutschschweiz Hochdeutsch rede, brande Deutschfeindlichkeit auf. Ich habe Deutschfeindlichkeit noch nicht erlebt. Natürlich kann man auch nicht sagen, dass sie uns lieben. Die Schweizer lieben aber kein anderes Volk. Ich glaube, sie lieben noch nicht einmal sich selbst. Dafür sind sie viel zu perfektionistisch und auch irgendwie nicht selbstbewusst genug.

Was meint Ihr dazu ? Die Schweizer lieben sich selber nicht genug … das habe ich auch schon von anderen mal gehört.

Zu der „Hassliebe“ der Schweizer zum Hochdeutschen schreibt der Autor folgendes:

Die meisten Deutschschweizer beharren darauf, dass Hochdeutsch für sie eine Fremdsprache ist.

Eine junge Dame aus Basel sagte mir sogar, dass sie lieber Englisch als Hochdeutsch spreche. Really?

Nur: In allen Zeitungen, im Internet, fast im gesamten Briefverkehr schreiben die Schweizer ein schönes Hochdeutsch. Sie gehen mit unserer Sprache oft sorgsamer und liebevoller um als wir Deutsche. Die Schweizer dürften somit das einzige Volk der Welt sein, das in einer Fremdsprache schriftlich kommuniziert.

Sobald sie ihren Dialekt sprechen, fühlen sie sich wohl, sicher und eigenständig. Der Dialekt stiftet dem Schweizer eine heimelige Identität und grenzt ihn ab – von den Deutschen …

Und dann schickt der Kolumnist auch noch eine kleine Anekdote hinterher, die sich mit den Grössenvorstellungen beschäftigt, die Deutsche so haben:

In der Schweiz ragen nur die Berge heraus. Die Städte, die Dörfer, die Kirchen, die Häuser, alles was die Schweizer bauen, wirkt kleiner als das was in Deutschland steht. Ein schönes Beispiel für diesen Hang zum Kleinen bietet Zürich. In der „Agglomeration“ Zürich, wir Deutsche würden sagen im Großraum Zürich, leben rund eine Million Menschen. Dort planen sie ein neues Fußballstadion. Zwei Zürcher Clubs kicken normalerweise in der ersten Schweizer Liga, der FC und der Grasshopper Club. Auch europäische Spitzenteams zeigen in Zürich ihre Künste. Das neue Stadion soll aber nur 16.000 Zuschauer fassen. Das kleinste Stadion, in dem ein deutscher Bundeliga-Club Fußball spielt, fasst 20.000 Zuschauer.

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, der findet ihn unter der Schweiz Kolumne im Handelsblatt.

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>