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Freiwilligenarbeit von Migrant/innen fördert die Integration

Bern, Mittwoch 30. November 2011

Migrantinnen und Migranten in der Schweiz leisten durch ihre Freiwilligenarbeit in Migrantenvereinen einen grossen Beitrag zur Integration. Das FIMM Schweiz – als Dachverband der Migrantenvereine – wünscht sich von den Behörden und der Gesellschaft, dass diese Leistungen mehr geschätzt und öffentlich anerkannt werden.

Die Europäische Union hat das Jahr 2011 zum Jahr der Freiwilligenarbeit erklärt. In der Schweiz leisten schätzungsweise 1.5 Millionen Menschen formelle Freiwilligenarbeit in einem Verein oder einer Organisation. Weitere 1.3 Millionen engagieren sich freiwillig im informellen Bereich z. B. in der Nachbarschaftshilfe, bei der Pflege von kranken Menschen, der Kinderbetreuung, usw.

Dabei weniger bekannt ist, dass in der Schweiz auch viele Migrantinnen und Migranten ein grosses freiwilliges Engagement sowohl im formellen als auch im informellen Bereich leisten. Aus den wenigen vorhandenen Daten zum Thema geht zwar hervor, dass sich Migrant/innen seltener freiwillig engagieren als Schweizer/innen. In vielen Bereichen wie etwa der Freiwilligen Feuerwehr sind Migrant/innen tatsächlich seltener anzutreffen. Migrant/innen, die sich freiwillig engagieren, sind aber genauso aktiv wie Schweizer/innen. Sie haben eine Fülle von formellen und informellen Strukturen geschaffen. Ihr Engagement sieht zudem vielfach anders aus als sonst im Freiwilligensektor und wird daher häufig übersehen.

Migrant/innen haben ausserdem einen erschwerten Zugang zu Schweizer Vereinen und Organisationen aufgrund der Sprache, der allfälligen Kosten, der fehlenden Kontakte, usw. Ebenso weiss man, dass sich Menschen aus benachteiligten sozialen Schichten seltener freiwillig engagieren, weil sie stärker mit der Bewältigung der Alltagsprobleme beschäftigt sind und unregelmässige Arbeitszeiten oder Schichtarbeit ein freiwilliges Engagement erschweren.

In der Schweiz existieren einige Tausend Migrantenvereine, deren Aktivitäten zum grössten Teil auf Freiwilligenarbeit beruhen. Diese freiwillige Arbeit spielt eine wichtige Rolle bei der Integration in die Schweizer Gesellschaft. Vor allem in der Nachkriegszeit, als es noch keine Integrationsbehörden gab, waren es die Migrantenvereine, welche die Neuankömmlinge empfingen und ihnen halfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

Auch heute bleibt die Arbeit der Migrantenvereine für die Integration in die Schweizer Gesellschaft sehr wichtig.

Migrantenvereine üben eine Vermittlerrolle zwischen den Migrant/innen und den Behörden aus. Sie unterstützen die Menschen durch Angebote wie Kinderbetreuung, Übersetzungsdienste, Sprachkurse oder bieten Hilfe bei Behördengängen an.

Aus diesem Grund wünscht sich das FIMM Schweiz, dass der Arbeit der Migrantenvereine mehr Wertschätzung entgegengebracht und sie öffentlich anerkannt wird. Migrantenvereine unterstützen mit ihren integrationsfördernden Aktivitäten den Staat und sollten wie andere Vereine auch in den Genuss der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinden kommen. Ausserdem soll die Partizipation der Migrantenvereine an gesamtgesellschaftlichen Aktivitäten gefördert werden.

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