Irre Schulpolitik in Region Hannover

Ich habe eine irre Geschichte gehört, die mich mal wieder an der Effizienz und der Gerechtigkeit des deutschen Schulsystems zweifeln lassen:

Die Tochter meiner Frau geht auf ein Gymnasium in der Region Hannover. Sie geht in die 12.Klasse, macht also im Juli Abitur. Nun hat die Schulleitung das Gefühl gehabt, die Zeit wird zu knapp für die Oberstufe, weil das Schuljahr zu kurz sei. Kurzerhand wird für die Oberstufe das Wintersemester um 3 Wochen verkürzt und damit das Sommersemester um 3 Wochen verlängert. Die Stufen 11 und 12 bekommen Ihre Halbjahreszeiugnisse schon vor Weihnachten, während die Stufen 5 bis 10 Ihre Zeugnisse Ende Januar bekommen. So weit so gut, eigentlich. Denn zum einen nehmen natürlich alles Stufen ein paar Tage „Zeugnisferien“ mit und zum anderen begleiten gleich mehr als eine Handvoll Lehrer einen 8-tägigen Ausflug des Skikurses in ein mehr als 1000km entferntes Skigebiet. So fallen von den 3 Wochen gleich zwei Schulwochen für nix und wieder nix weg.

So kommen wir zum zweiten Irrsinn: Einen Skiausflug als Sportkurs in der Region Hannover, also nicht unbedingt der Skiregion in Deutschland. Die nächsten Skigebiete wären wohl im Sauerland oder im Harz. Aber der Skiausflug muss natürlich nach Norditalien gehen, also ungefähr 1000km entfernt.

Man vermutet, dass ca 50 Schüler an diesem Ausflug teilnehmen. Da stellt sich die Frage der Finanzen. Wer zahlt ? Zahlen die Eltern der Kinder, die teilnehmen ? Dann wäre das zutiefst unfair. Weil, nicht jede Familie kann sich einen 8-tägigen Schulausflug zum Skifahren leisten. Heisst das tatsächlich, dass nur der am Skikurs teilnehmen kann, der sich das auch leisten kann ? Oder subventioniert die Schule diese Skiferien ? Dann muss man sich fragen, ob die Schule keine bessere Verwendung für diese Finanzmittel hat, als Skiferien für ein paar pubertäre Heranwachsende zu sponsern.

Warum sollte man auch Skifahren als Sportkurs in der Region Hannover anbieten. Es gibt genügend Sportarten, die Schüler ausprobieren sollten und können.

Zum Schluss möchte ich noch ein Detail mit Euch teilen: Angeblich fahren auf dieser Schulfahrt, die sich auf einen Kreis von 50 Schülern der Oberstufe beschränkt, 8 (acht) Lehrer als Begleitung mit. Acht Lehrer machen 3 Wochen nach Ende der Weihnachtsferien nochmal 8 Tage Skiferien. Braucht es tatsächlich 8 Lehrer für 50 Schüler ? Also ein Lehrer auf 6 Schüler … Gleichzeitig fehlen diese 8 Lehrer, auf die in der Schulzeit 30 Schüler kommen. Also damit ein paar Lehrer sich beim Skifahren vergnügen können fällt eine Menge Unterricht in der Heimat aus.

Na Servus, deutsche Schulpolitik. Da brauchen wir uns nicht wundern, dass das Bildungsniveau in Deutschland unterirdisch ist.

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